Branding abgeben und warum Klarheit fast immer von außen kommt.
- Nina Huber

- 16. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Viele Unternehmerinnen spüren irgendwann, dass sie feststecken. Nicht, weil sie unfähig sind. Nicht, weil sie ihr Business nicht verstehen. Sondern weil sie zu nah dran sind.
Sie haben schon alles probiert. Selbst gedacht, selbst gestaltet, selbst entschieden. Und trotzdem fühlt sich nichts wirklich rund an. Das ist kein Zufall. Das ist menschlich.
Warum du dein eigenes Business nicht objektiv sehen kannst
Wenn du dein Business aufgebaut hast, bist du emotional involviert. Jede Entscheidung hängt mit Erfahrungen zusammen. Mit Stolz. Mit Zweifeln. Mit Erwartungen. Mit Angst, etwas falsch zu machen.
Das führt dazu, dass:
du Wichtiges nicht benennen kannst
Nebensächliches überbetont wird
Klarheit durch Nähe verloren geht
Viele meiner Kundinnen füllen den Onboarding-Fragebogen sehr knapp aus. Nicht, weil sie nichts zu sagen hätten, sondern weil sie nicht wissen, dass genau das Ungesagte entscheidend ist. Erst im Gespräch kommt das zum Vorschein, was eigentlich trägt. Und selbst dann bleibt vieles diffus. Der große Aha-Moment kommt nicht am Anfang. Er kommt am Ende.
Woran du erkennst, dass dein Business deinem Branding längst davongelaufen ist, habe ich hier beschrieben.
"Manchmal ignoriere ich Inputs. Weil ich weiter sehe als einzelne Elemente."
- Nina Huber
Der Moment, in dem alles Sinn ergibt
Fast jede Kundin erlebt ihn. Nicht beim Briefing. Nicht beim Strategie-Call. Sondern beim Lesen der Präsentation. Beim Sehen des neuen Designs. Beim Verstehen der Gedanken dahinter. Beim Erkennen der Zusammenhänge.
Manche reagieren zuerst mit Abwehr: „Das ist ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe.“
Und genau das ist der Wendepunkt. Je weiter sie lesen, desto klarer wird:
wie alles ineinandergreift
wie logisch jede Entscheidung ist
wie sehr alles aus ihnen selbst kommt
Bis am Ende oft dieser Satz fällt: „Ich wusste nicht, dass das für mein Business möglich ist.“
Die größte Angst: „Was, wenn ich wieder nicht bekomme, was ich will?“
Viele Unternehmerinnen haben bereits investiert. Und wurden enttäuscht.
Deshalb versuchen sie, beim nächsten Mal vorzubeugen:
mit Farb-Vorgaben
mit Symbol-Ideen
mit klaren Design-Anweisungen
In Wahrheit ist das kein Kontrollwunsch. Es ist Selbstschutz. Das Problem: So entsteht kein Branding. So entsteht Wiederholung. Ich liefere nicht das, was meine Kundinnen glauben zu wollen. Ich liefere das, was sie brauchen. Und ja – manchmal ignoriere ich Inputs bewusst. Nicht aus Arroganz, sondern weil ich weiter sehe als einzelne Elemente.
Und genau deshalb funktioniert es.
Loslassen heißt nicht Kontrolle verlieren
Loslassen heißt Vertrauen. Branding abzugeben bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben. Es bedeutet, sich führen zu lassen. Meine Kundinnen müssen loslassen. Weil Loslassen Vertrauen bedeutet. Hätten sie es alleine lösen können, wären sie nicht bei mir.
Ich arbeite von innen nach außen. Das heißt:
ich erfinde nichts
ich stülpe nichts über
ich „designe“ keine Persönlichkeit
Ich mache sichtbar, was schon da ist. Ich sehe den roten Faden, den sie selbst nicht sehen können. Ich verbinde Punkte, die für sie unsichtbar sind. Manchmal sogar Dinge, die sie nie ausgesprochen haben, aber längst denken. (Manche nennen das Intuition. Ich nenne es: genau hinschauen.)
Warum Rebranding kein Rückschritt ist, sondern ein Zeichen von Wachstum, erkläre ich in diesem Artikel.

Branding abzugeben ist ein intensiver Prozess – kein Delegieren
Wer glaubt, Branding abzugeben heißt: „Mach du mal, ich meld mich dann wieder“
… wird mit mir nicht arbeiten können.
Denn bei mir heißt Branding abzugeben:
sich selbst ernsthaft zu reflektieren
sich mit dem eigenen Warum auseinanderzusetzen
klar zu werden, was man nicht mehr will
Ich leite durch diesen Prozess. Ich gebe klare Schritte vor. Ich halte den Rahmen. Meine Kundinnen müssen nicht wissen, wie etwas aussieht. Sie müssen sich nur darauf einlassen, den Weg zu gehen.
"Manche nennen es Intuition. Ich nenne es: genau hinschauen."
- Nina Huber
Für wen dieser Ansatz nicht funktioniert
Ich lehne bewusst ab, weil ich weiß, dass wir so nicht das beste Ergebnis erzielen.
Das sind:
Micromanagerinnen
Menschen, die „nur jemanden fürs Hübschmachen“ suchen
alle, die glauben, ich sei eine Pixel-Pusherin
Unternehmerinnen, die im Kleinen bleiben wollen
Je unternehmerischer jemand denkt, desto leichter fällt das Loslassen.
Weil sie wissen: Man muss nicht alles selbst können. Man muss nur wissen, wem man vertraut.
Fazit:
Klarheit entsteht nicht durch mehr Nachdenken, sondern durch Abstand. Branding abzugeben ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Reife. Du musst dein Business nicht neu erfinden. Du musst es endlich von außen sehen lassen. Und wenn du beim Lesen gedacht hast: „Wow. So hab ich das noch nie gesehen.“ Dann ist genau das der Punkt, an dem Klarheit beginnt.
Wenn du bereit bist, dein Branding nicht mehr selbst zu tragen, sondern dich führen zu lassen, dann ist eine Projektanfrage der richtige nächste Schritt. Nicht für Design. Sondern für Klarheit.
Wenn dich solche und ähnliche Themen rund um Branding interessieren, findest du mehr davon im MINNA Magazin.

Über die Autorin: Nina Huber
Hi, ich bin Nina. Gründerin von Minna Studio.
Ich entwickle Marken für Unternehmerinnen, die nicht lauter werden wollen – sondern klarer. Mich interessieren keine Trends, sondern wie sich deine Marke nach dir anfühlt und wie sie dir im Alltag Arbeit abnimmt, statt neue Fragen aufzuwerfen. Branding ist für mich kein hübsches Außenbild, sondern ein strategisches Werkzeug für Sicherheit, Sichtbarkeit und Wachstum. Wie ich Marken strategisch entwickle, zeige ich dir hier.



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