Warum „nur ein neues Logo“ oft nicht reicht - und was wirklich fehlt
- Nina Huber

- 16. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Irgendwann passiert etwas Merkwürdiges. Dein Business läuft. Du bist besser geworden. Klarer. Teurer. Selbstbewusster. Und trotzdem fühlt sich dein Außenauftritt plötzlich falsch an.
Nicht kaputt. Nicht peinlich. Aber… zu klein.
Viele Unternehmerinnen beschreiben diesen Moment so:
„Eigentlich passt es eh noch.“
„Ich brauch halt ein moderneres Logo.“
„Vielleicht eine neue Website.“
Was sie selten sagen, aber fühlen:
Mein Auftritt spiegelt nicht mehr wider, wo ich heute stehe.
Und genau hier beginnt das eigentliche Thema.
Das Missverständnis: „Ich brauche ein neues Logo“
Die meisten Unternehmerinnen kommen mit einem konkreten Wunsch:
ein neues Logo
eine Website
ein einzelnes Design-Element
Nicht, weil sie oberflächlich denken, sondern weil Positionierung kein greifbarer Begriff ist.
Was oft fehlt:
klare Struktur
eine definierte Ausrichtung
eine verständliche Geschichte nach außen
Das Design wird dann zum sichtbaren Symptom eines viel tieferliegenden Problems.
Denn: Ein Logo kann nur zeigen, was vorher klar ist. Und wenn diese Klarheit fehlt, kann selbst das schönste Design nichts tragen.
"Es liegt nicht an deinem Geschmack. Aber dir fehlt die strategische Tiefe."
- Nina Huber
Woran du merkst, dass dein Business deinem Branding davongelaufen ist
Nicht jede Unternehmerin braucht ein Rebranding. Aber wenn du dich hier wiedererkennst, ist dein altes Branding sehr wahrscheinlich nicht mehr dienlich.
1. Du erklärst ständig, was du eigentlich machst
Dein Angebot ist klar – für dich. Nach außen musst du aber immer wieder nachschärfen, relativieren, erklären.
2. Dein Auftritt passt nicht mehr zu deinen Preisen
Du weißt, dass du höhere Preise verlangen kannst. Aber dein Design wirkt wie ein Billig-Diskonter und nicht wie das, was du anbietest.
3. Du gibst deine Visitenkarte oder Flyer nicht gern her
Nicht aus Scham, sondern weil sie sich nicht nach dir anfühlt. Nicht nach dem Level, auf dem du heute arbeitest.
4. Dein Angebot hat sich stark verändert
Vielleicht warst du früher Yogalehrerin. Heute bist du Personal Trainerin für berufstätige Frauen mit Familie. Dein Branding erzählt diese Entwicklung aber nicht mit.
5. Dein Marketing fühlt sich jedes Mal wie ein Neuanfang an
Kein roter Faden. Keine klare Basis. Jeder Post, jede Aktion kostet unnötig viel Energie.
6. Du arbeitest nicht mehr allein, aber trittst noch so auf
Aus einer Einzelperson ist ein Unternehmen geworden. Dein Auftritt ist aber noch auf „ich mach alles selbst“ gebaut.
Wenn du hier innerlich genickt hast, liegt das Problem nicht an deinem Geschmack. Sondern an fehlender strategischer Tiefe.
DIY ist kein Fehler, aber irgendwann nicht mehr genug
Viele erfolgreiche Unternehmerinnen starten mit selbstgemachtem Branding. Und das ist gut so.
Aber Wachstum bringt neue Anforderungen:
andere Zielgruppen
andere Preise
andere Wirkung
Was früher funktioniert hat, wird irgendwann zur Bremse. Nicht, weil es schlecht war, sondern weil du weitergegangen bist. Und dein Branding nicht. Genau an diesem Punkt wird Rebranding relevant.
Warum Rebranding kein Rückschritt ist, sondern oft der logische nächste Schritt, habe ich hier ausführlicher beschrieben.
Warum „Ich weiß genau, wie es aussehen soll“ oft ein Warnsignal ist
Ein Satz, den ich häufig höre:
„Ich weiß genau, wie es aussehen soll.“
Meist folgen dann sehr generische Ideen:
die Schere für Friseurinnen
der Pinsel für Künstlerinnen
das Symbol, das alle verwenden
Das ist kein Zeichen von Klarheit, sondern von Orientierungslosigkeit. Denn starke Marken entstehen nicht durch bekannte Symbole, sondern durch echte Positionierung.
Und die sieht man selbst oft nicht mehr objektiv.
Branding ist nicht alles, aber ohne Basis wirkt nichts
Ganz wichtig: Branding heißt nicht, dass du alles brauchst. Manche Unternehmerinnen brauchen zuerst Fotos. Andere ein klares Angebot. Produkte brauchen eine andere Gewichtung als Dienstleistungen.
Branding ist immer individuell. Es richtet sich danach:
woher dein Unternehmen kommt
wo es hin will
und wie du arbeiten möchtest
Was es aber immer braucht: Strategie, Klarheit und eine Basis, auf der alles aufbauen kann.
Was der Unterschied zwischen Marke, Branding und Markenidentität ist, erkläre ich in diesem Artikel genauer.
"Ohne Strategie bleibt alles ein Fleckenteppich - egal wie hübsch es aussieht."
- Nina Huber
Was passiert, wenn Branding von innen nach außen gedacht wird
Wenn Branding nicht bei Farben beginnt, sondern bei Haltung, passiert etwas Entscheidendes:
du kannst dich selbstbewusst präsentieren
dein Marketing wird leichter
Entscheidungen werden klarer
dein Auftritt fühlt sich endlich stimmig an
Nicht, weil alles perfekt ist. Sondern weil es dir entspricht. Und genau das spüren auch deine Kundinnen.
Fazit:
Du brauchst kein neues Logo. Du brauchst Richtung. Wenn dein Business größer geworden ist als dein Auftritt, ist Rebranding kein Rückschritt. Es ist ein Zeichen von Entwicklung. Nicht alles muss sofort neu sein. Aber die Basis muss stimmen. Und wenn du spürst, dass dein Außenauftritt dich gerade mehr bremst als unterstützt, dann ist es Zeit, genauer hinzuschauen.
Du möchtest dein Business nicht kleiner darstellen, als es ist?
Dann ist eine Projektanfrage der richtige nächste Schritt. Nicht für ein Logo, sondern für Klarheit, Struktur und einen Auftritt, der trägt.
Wenn dich solche und ähnliche Themen rund um Branding interessieren, findest du mehr davon im MINNA Magazin.

Über die Autorin: Nina Huber
Hi, ich bin Nina. Gründerin von Minna Studio.
Ich entwickle Marken für Unternehmerinnen, die nicht lauter werden wollen – sondern klarer. Mich interessieren keine Trends, sondern wie sich deine Marke nach dir anfühlt und wie sie dir im Alltag Arbeit abnimmt, statt neue Fragen aufzuwerfen. Branding ist für mich kein hübsches Außenbild, sondern ein strategisches Werkzeug für Sicherheit, Sichtbarkeit und Wachstum. Wie ich Marken strategisch entwickle, zeige ich dir hier.



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