Warum du fast nie auf deinen eigenen Bildern zu sehen bist
- Nina Huber

- 12. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Viele Unternehmerinnen machen laufend Fotos. Von Produkten. Vom Verkaufsstand. Von neuen Ideen. Vom Alltag. Und trotzdem gibt es ein Muster, das ich fast immer sehe: Du bist selbst kaum oder gar nicht sichtbar auf deinen Bildern. Nicht, weil du dich verstecken willst. Sondern weil es im Alltag einfach passiert.
Warum wir uns selbst so selten mitfotografieren
Vielleicht kennst du das:
Du bist allein bei der Arbeit – also machst du schnell ein Produktfoto
Der Aufwand für ein gutes Selbstportrait ist größer – also bleibst du hinter der Kamera
Du denkst: „Ich poste später mal ein gutes Portrait.“
Und später kommt nie
Wenn du doch auf Bildern auftauchst, dann oft so:
schnelle Selfies
Frontkamera mit ungünstigem Licht und geringer Qualität
ein einziges Portrait, das „okay“ ist – aber nicht nach dir aussieht
oder Bilder, die überhaupt nicht zum Rest passen
Nicht, weil du es schlecht machst. Sondern weil Selbstfotografieren immer Kompromisse erzwingt.
Gute Bilder scheitern selten an Motivation – sondern an Umständen
Die meisten „selbstgemachten“ Bilder haben ähnliche Probleme:
Du bist gleichzeitig Unternehmerin, Gestalterin & Fotografin
Das Licht ist hart oder unkontrollierbar
Die Perspektive bleibt immer gleich
Es fehlt Ruhe, Abstand, Überblick
Und dann passiert das Nächste:
Du hast ein paar brauchbare Bilder. Aber:
sie passen nicht zueinander
sie erzählen keine durchgehende Geschichte
sie haben keine visuelle Linie
Also bleiben sie in einem Ordner am PC. Ungepostet. Ungenutzt. Und mit dem Gefühl, dass eigentlich mehr möglich wäre.

Sichtbarkeit braucht nicht mehr Bilder – sondern andere Perspektiven
Das eigentliche Problem ist selten die Anzahl der Fotos. Sondern der Blick von außen. Denn genau dieser Blick fehlt, wenn du alles selbst machst.
Ein gutes Shooting – egal ob Markt-, Brand- oder Alltagsshooting – zeigt Dinge, die du selbst nicht siehst:
wie du erklärst
wie du präsent bist
wie deine Verkaufsfläche wirkt, wenn jemand einkauft
wie viel Persönlichkeit in deinem Tun steckt
Und plötzlich bist du sichtbar, ohne posieren zu müssen.
Welche Bildarten sich immer bewähren – und warum
Unabhängig vom Markt oder Format gibt es Motive, die fast immer funktionieren:
1. Du bei der Arbeit
Nicht gestellt. Nicht frontal. Sondern mitten im Tun: erklären, sortieren, zeigen, einpacken.
Ideal für:
„Über mich“-Seiten
Vorstellungs-Posts
Newsletter
Presse & Bewerbungen
2. Interaktionen mit Kundinnen
Momente, die zeigen: Hier passiert etwas.
Oft ohne Gesichter:
über die Schulter
von der Seite
Hände beim Stöbern
DSGVO-konform – und trotzdem lebendig.
Perfekt für:
Website
Social Media
Präsentationen
Slideshows & Header

3. Produkte im echten Umfeld
Nicht perfekt ausgeleuchtet im Studio, sondern so, wie sie wirklich verkauft werden:
im Regal
in der Hand
beim Verpacken
am Verkaufsstand oder im -lokal
Diese Bilder erzählen Kontext – und Kontext verkauft.
Einsetzbar für:
Onlineshop
Produktseiten
Social Media
Print & Bewerbungen

4. Details, die deine Handschrift zeigen
Die Bilder, die du ständig brauchst, aber selten bewusst machst:
Details
Materialien
Texturen
Etiketten
kleine Handgriffe
Diese Motive sind Gold wert – weil sie:
deinen Feed zusammenhalten
Hintergrundflächen liefern
immer wieder einsetzbar sind
Und ja: Davon braucht man meist mehr als von Portraits.
Warum genau hier professionelle Begleitung Sinn macht
Nicht, weil du es nicht selbst könntest. Sondern weil du es gleichzeitig nicht alles sein musst.
Wenn jemand von außen mitfotografiert:
kannst du dich auf dein Business konzentrieren
entstehen Bilder mit Ruhe & Übersicht
bekommst du Perspektiven, die dir selbst nie auffallen würden
Und plötzlich gibt es nicht das eine Foto, sondern eine Bildwelt, die zusammenpasst.
Sichtbar sein, ohne dich in Szene zu setzen
Sichtbarkeit heißt nicht:
frontal lächeln
dauernd im Mittelpunkt stehen
„laut“ auftreten
Sichtbarkeit heißt:
präsent sein
wiedererkannt werden
Vertrauen aufbauen
Manchmal reicht dafür:
eine Haltung
ein Handgriff
ein Moment mitten im Tun
Wenn du verstehen möchtest, warum dein Gesicht eines der besten Marketing-Tools ist, findest du dazu hier eine Einordnung.
Und falls dir die Begriffe Marke, Branding und Markenidentität noch unklar erscheinen, habe ich sie hier klar voneinander abgegrenzt.
Fazit
Sichtbarkeit scheitert selten an fehlendem Willen. Meist scheitert sie daran, dass du im Alltag alles gleichzeitig sein musst: Unternehmerin, Verkäuferin, Social Media Agentur – und nebenbei auch noch Fotografin.
Wenn du selbst fotografierst, entstehen Bilder. Wenn jemand von außen auf dein Unternehmen blickt, entsteht Zusammenhang. Du musst dich dafür nicht inszenieren, nicht posieren und nicht „mehr zeigen“, als sich richtig anfühlt. Es reicht, sichtbar zu werden in dem, was du ohnehin tust: arbeiten, erklären, präsent sein.
Gute Bilder nehmen dir nichts weg. Sie geben dir etwas zurück: Ruhe, Klarheit und eine Bildwelt, in der du endlich selbst vorkommst – ohne dich dafür verbiegen zu müssen.
Wenn dich solche und ähnliche Themen rund um Branding interessieren, findest du mehr davon im MINNA Magazin.

Über die Autorin: Nina Huber
Hi, ich bin Nina. Gründerin von Minna Studio.
Ich entwickle Marken für Unternehmerinnen, die nicht lauter werden wollen – sondern klarer. Mich interessieren keine Trends, sondern wie sich deine Marke nach dir anfühlt und wie sie dir im Alltag Arbeit abnimmt, statt neue Fragen aufzuwerfen. Branding ist für mich kein hübsches Außenbild, sondern ein strategisches Werkzeug für Sicherheit, Sichtbarkeit und Wachstum. Wie ich Marken strategisch entwickle, zeige ich dir hier.



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